Fohlengeburt - Wann, Was, Wie?
Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer der Stute beträgt 334 Tage.
Eine lange Zeit – nach mehr als elf Monaten Warten sollte man kein Risiko eingehen.
„good preparation prevents poor performance“ – Hier unsere wichtigsten Tipps:

Was braucht man für die Fohlengeburt?
Dass Stuten kurz vor Geburtstermin aufeutern und sogenannte Harztropfen bilden, ist bekannt. Doch es gibt auch Ausnahmen, nicht alle Stuten zeigen die Geburt mit honigartigen Tröpfchen auf dem Euter an. Andere wiederum haben bereits eine gute Woche vor dem Ereignis Harztropfen.
Nächtelang wach zu bleiben um die Geburt nicht zu verpassen ist aber nicht notwendig, denn der Zeitraum bis zur Geburt lässt sich sehr einfach einschränken.

Mittels pH-Teststreifen aus der Apotheke! Diese werden ursprünglich zur Messung des pH-Wertes von Urin verwendet und haben einen Messbereich von 5 – 8. Wie geht man vor?
Die Stute abmelken: 1-2 Tropfen reichen völlig aus, auf den Teststreifen aufbringen und den Wert ablesen.
> 8 fohlt NICHT in den nächsten 24h
< 7,5 max. Zeit bis zur Geburt 10 Tage
< 7 max. Zeit bis zur Geburt 7 Tage
< 6,5 fohlen Stuten innerhalb von 24h

Die durchwachten Nächte lassen sich so auf ein Minimum reduzieren, zusätzlich sind Stallkameras bzw. Abfohlsysteme äußerst praktisch.


In den VetStables nutzen wir seit mehr als 10 Jahren das Sigloo System – es ist absolut zuverlässig und schließt Fehlalarme aus.
Zu Geburtsbeginn, sobald das Fohlen in den Geburtskanal eintritt, erfolgt ein Anruf (der auf die Schamlippen aufgenähte Sender übermittelt ein Signal an den Empfänger im Stall, welcher bis zu drei Telefonnummern anwählt).
Eckpfeiler Fohlengeburt
Um eventuelle Notfälle rasch zu erkennen sollte man auf folgendes wissen:
- Dauer der Geburt: 15-20 Minuten
- Erstes Aufstehen des Fohlens und Suche nach dem Euter: 1-2 Stunden
- Abgehen der Nachgeburt: max. 2 Stunden nach Geburt
- Erste Aufnahme von Biestmilch durch das Fohlen innerhalb der ersten 3 Stunden
- Abgehen des Darmpechs nach 12 Stunden

Milchflascherl mit spitzem Sauger sollte man unbedingt zu Hause haben – nicht alle Fohlen finden das Euter auf Anhieb und nehmen in den ersten 12 Stunden ausreichend Biestmilch auf. Auch unroutinierte Stuten, die eventuell ihr Fohlen nicht auf Anhieb saufen lassen, können ein Thema sein.
Eine ungenügende Aufnahme maternaler Antikörper durch zu wenig Biestmilch kann mitunter tödliche Folgen haben. Wir empfehlen etwa 150 – 100ml Milch direkt nach der Fohlengeburt abzumelken und dem Fohlen mit der Flasche zu füttern. So bekommt es einen ersten „Energieschub“ inkl. wertvoller Antikörper und man kann sogleich den Saugreflex überprüfen (ein ungenügend ausgebildeter Saugreflex = Notfall).

Um das Abgehen des Darmpechs zu erleichtern ist ein sogenanntes Klistier hilfreich. Gerade Hengstfohlen neigen aufgrund eines engen Beckens zu Mekoniumobstipation.
Das Darmpech sollte innerhalb der ersten 24 Stunden vollständig ausgeschieden werden. Es hat eine braun-schwarze Farbe und eher trockene Konsistenz. Sobald es zur Gänze abgegangen ist, setzen Fohlen nur noch den typisch gelben Milchkot ab.